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Borderline aus meiner Sicht heute…

Wie ich, leiden über eine Millionen Menschen in Deutschland unter der Borderline Erkrankung. Für mich gibt es zwei Wege,- entweder ich kämpfe weiter auf dem Weg des Lebens oder ich werde scheitern.

In unserer Gesellschaft gibt es meiner Meinung nach nur zwei Charaktere von Menschen

in Bezug auf die Menschlichkeit:

Wölfe“: Wölfe sieht man heutzutage überall: Nachbarn, Arbeitskollegen, unsere liebsten Mitmenschen (denen wir vertrauen) können zu Wölfen werden oder sind es bereits.

Sie haben -neben ihren guten- auch Eigenschaften, die andere Menschen in die Verzweiflung oder in den finanziellen Ruin treiben können. Manche „Exemplare“ schaffen es sogar, andere in den Tod zu treiben, falls diese keinen Sinn mehr in dieser Welt sehen.

Schafe“: Schafe sind Menschen, die ein gutes, friedliches Gemüt haben und dies nutzen Wölfe nur zu gerne aus. Ja, es ist fast so, als würden Wölfe dies sehr schnell „wittern“, um die Gelegenheit rasch am Schopfe zu packen.

Ich denke, wir müssen beide Eigenschaften haben, um das Leben friedlich zu meistern: ein bisschen Wolf und ein bisschen Schaf aber bitte ohne unsere Mitmenschen zu kränken oder zu verletzen!

Ich selber kann von mir sagen, dass ich einen Teil Wolf und einen Teil Schaf in mir trage.

Dabei schädige ich mich und andere, was eigentlich gar nicht meine Absicht ist, weder aus finanzieller noch mitmenschlicher Sicht,- vielleicht ist das „menschlich“?

Ich habe gute Vorsätze aber leider lässt mein inneres Verlangen diese Vorsätze nicht immer zu. Unzählige Gespräche mit meinen Betreuern führen leider nicht dazu, dass ich immer “richtig” handle,- z.B. legen meine Betreuer mir immer wieder ans Herz, vernünftiger mit meinem Geld umzugehen, dennoch gebe ich es oft für Dinge aus, die ich eigentlich nicht lebensnotwendigerweise brauche.

Ich verfalle oft in gleiche Verhaltensmuster, die mich dann auch prompt in Schwierigkeiten bringen und so verärgere ich auch andere Menschen.

Dennoch bin ich heute viel weiter als vor 10 Jahren:

Ich habe aufgehört, Drogen zu konsumieren

Ich bin in einer Einrichtung für Behinderte Menschen, in einer Grossküche als Servicekraft tätig. 

Die Gefühlsschwankungen sind im Gegensatz zu damals nicht mehr so intensiv und andauernd.

Meine Selbstmordgedanken halten sich in Grenzen und wenn sie auftreten, mache ich mir bewusst, dass ich Freunde habe, die mich vermissen werden und ich würde meine Freunde auch vermissen, wenn sie nicht mehr wären.

Die Borderline Erkrankung ist in den Griff zu kriegen, indem wir alle (erkrankt oder nicht erkrankt) lernen, mit unseren Gefühlen, den Gedanken und dem Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen achtsamer umzugehen. Dies ist eine Weisheit, denn sie beruht auf Lebenserfahrungen, die wir ohne Ausnahme alle irgendwann gemacht haben. Helfen kann Euch unter anderem der Selbsthilfebogen sowie andere, zahlreiche Therapiemöglichkeiten.

Die Zeit, in der wir leben ist rau,- nur der “Stärkere” wird überleben aber dazu muss er nicht ausschließlich „Wolf“ sein…

Meinen Lesern alles Gute!

 

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und Borderline-An­ge­hörige.
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